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Kolumbien 2026

Im Februar 2026 waren wir erneut in Kolumbien vor Ort und konnten gemeinsam mit den Gemeinden wichtige Projekte weiterentwickeln. Neben der Bereitstellung von Schulmaterialien im Wert von 800 € standen vor allem emotionale Bildung, interkultureller Austausch und die Weiterentwicklung anstehender Workshops im Fokus.

Ein Jahr später: Einblick in die aktuelle Entwicklung

Im Februar 2026 waren wir erneut in Kolumbien vor Ort in den Gemeinden Milagros, La Unión und Morcote in der Region Paya. Unsere Projekte in den Gemeinden zählen inzwischen zu den größten, die wir begleiten. In den vergangenen Jahren konnten wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort bereits verschiedene Initiativen umsetzen, darunter Workshops wie „Salud a la Escuela“, den „Niñas Sabias“ Workshop, den Aufbau eines Volunteer-Programms sowie die Finanzierung wichtiger Schulmaterialien.

Auch dieses Jahr konnten wir erneut konkrete Fortschritte erzielen: Bestehende Projekte wurden weiterentwickelt, neue Impulse gemeinsam mit den Menschen vor Ort erarbeitet und erste Schritte für weitere Initiativen angestoßen.

Was wir dieses Jahr umsetzen konnten

Während unseres Aufenthalts konnten wir erneut aktiv im Schulalltag mitwirken. Neben dem Unterricht vor Ort haben wir Schulmaterialien im Wert von 800 € bereitgestellt, um die Lernbedingungen weiter zu verbessern.

Gleichzeitig war uns der interkulturelle Austausch ein wichtiges Anliegen: Eine Schulklasse der St.-Franziskus-Schule Koblenz hatte Postkarten gestaltet und persönliche Nachrichten für die Kinder in Milagros vorbereitet. Diese wurden vor Ort übergeben und haben einen direkten Austausch zwischen den Schüler:innen ermöglicht. Ergänzend dazu haben wir den Unterricht unterstützt und eigene Inhalte eingebracht, insbesondere in den Bereichen Englisch und persönliche Entwicklung.

Auch das Volunteer-Programm entwickelt sich weiter: In den vergangenen Monaten war bereits ein weiterer Volunteer vor Ort und hat das Lehrangebot erweitert. Seit März unterstützt zudem Katherine aus Kolumbien das Projekt für drei Monate und bringt durch ihren Hintergrund in Kunst und Psychologie neue Ansätze ein.

Emotionen als Teil des Lernens

Ein zentraler Bestandteil unseres diesjährigen Aufenthalts war erneut die Arbeit mit den Kindern zum Thema Emotionen. In einem Umfeld, in dem viele Kinder früh Verantwortung übernehmen und das Reden über Gefühle nicht zum Alltag gehört, ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Gemeinsam mit den Kindern haben wir darüber gesprochen, was es bedeutet, Emotionen zu haben, warum alle Gefühle ihre Berechtigung haben und weshalb es wichtig ist, diese ausdrücken zu können. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, einen offenen Raum zu schaffen, in dem die Kinder sich mitteilen können.

Eine prägende Übung war das gegenseitige Schreiben von Briefen, in denen die Kinder festgehalten haben, was sie aneinander schätzen. Auch wenn dies zunächst ungewohnt war und Zeit brauchte, wurde die Übung im Nachhinein als eines der wichtigsten Erlebnisse des Tages wahrgenommen. 

Die Erkenntnisse der Kinder:

„Ich fühle mich gesehen.“,
„Ich bin nicht allein.“,
„Andere sehen Dinge in mir, die ich selbst nicht sehe.“

Diese Momente zeigen, wie wichtig emotionale Bildung ist.

Rückblick: Wirkung des „Niñas Sabias“ Workshops

Die Wirkung des „Niñas Sabias“ Workshops aus dem vergangenen Jahr war auch bei diesem Besuch deutlich spürbar. Sowohl Mädchen als auch Mütter berichteten, dass sich ihre Beziehung zueinander verändert hat und ein offenerer Umgang mit sensiblen Themen möglich geworden ist. Gespräche über den eigenen Körper, über Erfahrungen und über persönliche Herausforderungen haben seitdem einen anderen Stellenwert.

Auch von Seiten der Mütter kam die Rückmeldung, dass sie begonnen haben, sich intensiver mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Viele berichten, dass der Workshop ein Stück Heilung ermöglicht und ihnen geholfen hat, eigene Erfahrungen einzuordnen und zu reflektieren.

Daraus ist ein klarer Wunsch entstanden: Wir möchten noch mehr Mädchen und Müttern die Möglichkeit geben, sich über Themen wie diese auszutauschen und voneinander zu lernen.

Weiterentwicklung durch Volunteers

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist das Volunteer-Programm, das kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Durch zusätzliche Volunteers können Inhalte ergänzt werden, die im regulären Schulalltag oft nicht abgedeckt werden können – sei es Englischunterricht, kreative Ansätze oder Themen aus dem Bereich der persönlichen Entwicklung.

Dadurch entsteht für die Kinder nicht nur ein erweitertes Lernangebot, sondern auch die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen und mit Menschen außerhalb ihrer direkten Lebensrealität in Kontakt zu treten. Dieser Austausch trägt dazu bei, Horizonte zu erweitern und neue Impulse zu setzen.

Ausblick auf die nächsten Schritte

Der diesjährige Besuch hat uns erneut gezeigt, wie wichtig die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort ist und hat uns motiviert, bestehende Projekte weiterzuführen und neue Initiativen gemeinsam zu entwickeln.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterentwicklung des „Niñas Sabias“ Ansatzes. Geplant sind weitere Workshops für Mädchen sowie ergänzend Frauenkreise für Mütter, in denen ein geschützter Raum für Austausch entstehen soll. Ziel ist es, Themen, die im Alltag oft keinen Platz finden, gemeinsam zu besprechen. 

Darüber hinaus planen wir gemeinsam mit ABC Colombia einen Workshop zum Umgang mit Tieren. Hintergrund ist, dass vielen Kindern der respektvolle Umgang mit Tieren bisher nicht vermittelt wurde. Durch den Workshop sollen grundlegendes Wissen, Empathie und Verantwortungsbewusstsein gefördert werden.

Dokumentation

Ein weiterer Bestandteil unserer Arbeit ist die Dokumentation, die wir im vergangenen Jahr vor Ort gedreht haben und die in diesem Jahr veröffentlicht wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen unter „Reichtum“ verstehen – insbesondere in einem Umfeld, in dem materielle Ressourcen begrenzt sind.

Die Dokumentation wurde zunächst bewusst vor Ort in den Gemeinden und Projektorten gezeigt, in denen sie entstanden ist. Dieser lokale Ansatz ist für uns zentral: Die Menschen, deren Geschichten erzählt werden, sollen die ersten sein, die die Inhalte sehen.

Ihr Feedback dient uns als wichtige Grundlage für unsere weitere Arbeit und gleichzeitig als Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt ihr Vertrauen und ihr Einverständnis für die Veröffentlichung erhalten.

Erste Ausschnitte wurden bereits vor Ort gezeigt und stießen auf positives Feedback von Kindern, Lehrkräften und Familien. 

„Wir fühlen uns zum ersten Mal wirklich gesehen“

Zum Abschluss möchten wir eine Rückmeldung teilen, die wir während unseres Aufenthalts mehrfach gehört haben: Viele Kinder haben gesagt, dass sie sich durch unsere Besuche zum ersten Mal wirklich gesehen fühlen. 

Für uns ist das ein wichtiger Hinweis darauf, wie bedeutend kontinuierliche Präsenz und Zusammenarbeit vor Ort sind und gleichzeitig eine Motivation, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.

Unterstütze unsere Arbeit und ermögliche Kindern vor Ort bessere Bildungs- und Entwicklungschancen.

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